00:00:00: Friedrich Hölderlin, Heidelberg.
00:00:05: Lange lieb' ich Dich schon Möchte Dich mir zur Lust Mutter nennen Und Dir schenken ein Kunstloslied.
00:00:14: Du Der Vaterlandsstätte ländlich Schönste.
00:00:19: Soviel Ich sah Wie der Vogel des Walz über die Gipfel fliegt Schwinkt sich Über den Strom Wo er vorbei Dir glänzt Leicht und kräftig Die Brücke Die von Wagen und Menschen tönt, Wie vom Göttern gesand fesselt ein Zauber einst Auf die Brücke mich an, Da ich vorüber ging Und herein in die Berge Mir die reizende Ferne schien.
00:00:48: Und der Jüngling Der Strom fort in die Ebene zog.
00:00:52: Traurig froh wie das Herz Wenn es sich selbst zu schön Liebend unterzugehen In die Fluten der Zeit sich wirft!
00:01:03: Quellen hattest du ihm, hat es dem flüchtigen kühle Schatten geschenkt und die Gestade sahen all ihm nach.
00:01:12: Und es bebte aus den Wellen ihr Lieblichbild!
00:01:18: Aber schwer in das Tal hing die gigantische Schicksalskundige Burg nieder bis auf den Grund von den Wettern zerrissen.
00:01:27: Doch die ewige Sonnegoß, ihr verjüngendes Licht über das alternde Riesenbild Und umher grünte lebendiger Efeu, Freundliche Wälder rauschten über die Burg herab.
00:01:42: Sträuche blüten herab bis wo im heiteren Tal an den Hügeln gelehnt oder dem Ufer holt Deine fröhlichen Gassen unter duftenden Gärten
00:01:55: ruhen.".
00:01:58: Friedrich Hölderlin Heidelberg gelesen von Helge Heinhold.