Ohrenweide

Ohrenweide

Transkript

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00:00:00: Sophie Mero.

00:00:02: Die letzte Nacht.

00:00:05: Sie singt die Nacht, sie singt auf Mon und Flieder Im Grab gewandt Von Leichenduft umschwebt.

00:00:14: Ein kalter Schauder bebt mir durch die Glieder In dess der freie Geist sich zu entfesseln strebt Verhalt auf.

00:00:23: Ewig sind er Hoffnung Lieder Vorausch der Freude goldenes Seitenspiel.

00:00:29: Kein Gott facht die verloschene Flamme wieder im öden Busen an.

00:00:33: Ich Ich höre im Sturme, der die hohe Eiche mit allmachtsvollem Arm zur Erde beugt.

00:00:43: Im Schilfgeflüster – das am öden Teichel sich traurig hin und her im Winde neigt!

00:00:49: Wie aus gebleichten Schädel, Hohl-und Düster.

00:00:53: Der abgeschiedenen Stimme folge mir Und Schattenbilder wehen Mit Grabgeflüstern zu mir heran und hauchen Folge mir.

00:01:06: Ach an Unmöglichkeiten verloschtes Lebens.

00:01:09: einst so schönes Licht.

00:01:11: Wer zürnt dem Kranken, Dems im Kampf mit seinen Leiden, Zuletztern Mut und innerer Kraft gebricht?

00:01:20: Vernimm du Wesen, dass ich ewig liebe!

00:01:23: Dies Herz erträgt den bitteren Kampf nicht mehr.

00:01:27: Vergebensrang es mit Vernunft und Liebe.

00:01:31: Ihr Widerspruch wird seiner Kraft zu

00:01:33: schwer.".

00:01:35: Was soll geliebte ohne dich das Leben?

00:01:39: Dies bange Traumgebild, was soll es mir?

00:01:42: Wo eines lacht wenn tausend andere beben.

00:01:45: Was kann ich lieben wünschen außer dir Ich all hinaus ins schaudervolle Öde.

00:01:54: Veränderung ist für mich Verbesserung Und schimmert jeden Satz keine Morgenröte.

00:02:00: Im Schoß des Grabes blüht Beruhigung Ich lächze auch nach heller Lebensblicken, Gewissheit blüht aus der Verwesungsstaub.

00:02:12: Dort will ich mir die Ätherblume pflücken – zu lange war ich hier des Warnesraub!

00:02:19: Schon sehe ich Tau aus jener Wolke sinken.

00:02:22: Schon fühle ich mich vom Morgenhauch im Bebt.

00:02:26: Wenn dieses Sternis letzte Strahlen blinkten, Dann hat dein treuer Jüngling

00:02:33: ausgelebt.".

00:02:36: Sophie Mero Die letzte Nacht, vorgelesen von Helge Heinhold.

Über diesen Podcast

Texte zum Mutmachen und Nachdenken - vorgelesen von Helge Heynold

Es begann mit der Corona-Krise. Große Verunsicherung machte sich breit. Der Alltag änderte sich für alle, für viele war die Existenzgrundlage bedroht. In dieser Zeit fingen wir an, die "Ohrenweide" zu produzieren.

Der Podcast ist ein Riesenerfolg geworden, und so möchten wir weiterhin dazu beitragen, dass Menschen Kraft schöpfen: Mit literarischen Fundstücken zum Mutmachen und Nachdenken, aus alter Zeit, aus der Bibel – oder auch ganz aktuell. Und zwar als "Hörgeschenk". Mit der "Ohrenweide" kommt jeden Tag ein Hörstückchen per Podcast oder online (auf evangelisch.de) zu allen nach Hause und lässt Hoffnungshalme sprießen im Alltag.

Der Schauspieler, Radio- und Hörbuchsprecher Helge Heynold sucht die Texte zusammen mit der evangelisch.de-Redaktion aus und liest sie in seinem eigens zwischen Bücherregalen eingerichteten, improvisierten Studio ein.

Viel Freude damit!

von und mit Helge Heynold, Claudius Grigat, Frank Muchlinsky

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