00:00:00: Hans Sachs, die Natter und der Igel Einst malen.
00:00:06: eine Natter lag in einer Heck am lichten Tag.
00:00:10: Ein stachlich Igel lief vorbei.
00:00:13: Den sprach sie an ganz frank und frei Wer bist du?
00:00:17: Der du steckst voll Dorn So oben unten hinten vorn.
00:00:22: Der Igel sprach drauf ohne Scheu Ich bin dir Freund wahrhaft und treu.
00:00:29: Die Natter sprach wie kann das sein?
00:00:31: Ein treuer Freund, der ist allein süß, linnt in seinen Werk und Worten Und nicht wie du scharf aller Orten.
00:00:40: Der Igelsprach ein Freund war Haft Seins Freundes untugend bestraft.
00:00:47: Er strafft ihn doch aus treuem Herzen Will bessern ihn durch Leid und Schmerzen.
00:00:53: Dass er ihm Schand und Schad verhüt Befreiet von Last an sein Gemüt.
00:00:59: Ein Heuchler nie.
00:01:01: dem Freund kann gleichen, wenn er mit Worten sanft tut streichen.
00:01:06: Er tückisch freundes Laster lobt – doch wird die Freundschaft einst erprobt, wird er dem Freund nicht sein Einschutz nur sehen seinen eigenen Nutz!
00:01:18: Die nennt zu Recht man falsche Katzen, die vorne lecken hinten kratzen.
00:01:24: Weißt du was vom Sirenen sang?
00:01:27: Der Schiffer zu dem Schlafe zwang, damit das Boot zerschält am Riff?
00:01:33: Der Heuchler nutzt Sirenenknif.
00:01:36: Mit süßen Wort lässt er sich hören, will damit seinen Freund betören!
00:01:42: Doch kommt die Zeit – dann hinter rück zeigt er ein feindlich Bubenstück.
00:01:48: Damit nicht chandt und schad dir wachs Fliehäuchelei Das red Hans Sachs Hans Sachs, die Natter und der Igel, vorgelesen von Helge Heinold.