00:00:00: Friedrich Hölderlin, die Liebe.
00:00:05: Wenn ihr Freunde vergesst, wenn ihr dir euren All – oh Ihr dankbaren Sie!
00:00:12: – Eure Dichter schmäht Gott vergebe es doch ehret nur die Seele der Liebenden.
00:00:21: Denn er sagt wo lebt menschliches Leben sonst?
00:00:24: Da die Knechtische jetzt alles, die Sorge zwingt Darum wandelt der Gott auch sorglos über dem Haupt uns längst.
00:00:35: Doch wie immer das Jahr kalt und gesanglos ist, Zur beschiedenen Zeit – aber aus weißem Feld Grüne Halme doch sprossen, Oft ein einsamer Vogel singt!
00:00:47: Wenn sich mählich der Wald dehnet Der Strom sich regt Schon die mildere Luft leise von Mittag weht Zur lesenden Stunde.
00:00:57: So ein Zeichen der schönern Zeit Die wir glauben erwächst einzig genügsam noch, Einzig edel und vorm über dem Ehernen wilden Boden die Liebe.
00:01:10: Gottes Tochter von ihm allein sei gesegnet, O sei himmlische Pflanze mir mit Gesange gepflegt Wenn des ätherischen Nektars Kräfte dich nähren Und der schöpferische Strahl dich reift Wachs'n und werde zum Wald.
00:01:31: Beseeltere, voll entblühende Welt Sprache der Liebenden sei die Sprache des Landes.
00:01:40: Ihre Seele – Der Laut des Volks.
00:01:45: Friedrich Hölderlin Die Liebe vorgelesen von Helge Heinold.